Topics

Veröffentlicht am 03.09.2016 von Diana Seeländer

0

Herzinfarkt erkennen und richtig handeln

Es ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland und nicht immer ist es eindeutig. Es geht um den Herzinfarkt. Gerade Frauen sollten sich mit den auch eher untypischen Anzeichen auskennen und rechtzeitig reagieren, da für sie ein Infarkt meist tödlicher endet als bei Männern. Laut einer Statistik erleiden 280000 Menschen einen Herzinfarkt, von denen 60000 infolge eines Infarkts sterben.

Herzinfarkt – was ist das?

Im Laufe der Zeit können unsere Arterien verkalken, infolgedessen steigt das Risiko eines Infarkts an. Wenn diese Wandverkalkungen plötzlich aufreißen, verursacht das nun freiliegende Gewebe, die Bildung eines Blutgerinnsels. Dadurch kommt es zu einem Gefäßverschluss, das Gewebe wird nicht mehr versorgt und geht zugrunde. Ein weiterer Grund, weswegen ein Herzinfarkt entsteht, ist eine Embolie. Verantwortlich ist hier auch ein Blutgerinnsel, welches das Gefäß blockiert, doch es ist nicht an dieser Stelle entstanden, sondern mit dem Blut in die Herzgefäße gewandert. In den meisten Fällen liegt dem Herzinfarkt eine koronare Herzerkrankung (KHK) zugrunde, dessen Risikofaktoren die Entstehung eines Infarkts begünstigen. Einige Risikofaktoren wie Lebensalter, Veranlagung und Geschlecht kann man nicht beeinflussen, andere wiederum liegen in unserer Hand, wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

Herzinfarkt – so erkenne ich ihn

Wenn plötzlich eventuell rasch zunehmende und anhaltende Schmerzen im Brustbereich auftreten, die auch noch in den Kiefer, den Oberbauch oder den linken Arm ausstrahlen, sind das typische Alarmzeichen. Eventuell aber seltener können Beschwerden im Nacken, Rücken und Unterbauches auftreten. Mit einem Engegefühl verbunden, können die Schmerzen unterschiedlich stark ausgeprägt sein und der Betroffene empfindet ein starkes Angstgefühl. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass 15-20 Prozent der Betroffenen keine Schmerzen haben. Man nennt dies einen stummen Infarkt, welcher besonders Diabetiker, ältere Patienten und Frauen betrifft.

Weitere Symptome

Es gibt noch weitere plötzlich auftretende Symptome, die durchaus mit und ohne Schmerzen auftreten, können wie

  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutdruckabfall
  • Bewusstseinsverlust

Auch noch mögliche Beschwerden können Erbrechen, Verwirrtheit, Übelkeit oder Schwitzen sein.
Nach körperlich schwerer Arbeit, in stressigen Situationen, aber genauso Ruhe können den Beschwerden voraus gehen. So kommt es nicht selten in den frühen Morgenstunden, kurz nach dem Aufwachen zu einem Herzinfarkt.
Seltener, aber gefährlicher: Herzinfarkt bei Frauen
Frauen sterben zwar häufiger daran, aber erleiden seltener einen Herzinfarkt als Männer. Im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt sterben 38 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer. Grund dafür ist, das sich nur bei etwa der Hälfte der Frauen ein Herzinfarkt mit den typischen Symptomen ankündigt. Auch sind die Schmerzen nicht immer linksseitig, sie können sich auch in der rechten Schulter, im Oberbauch oder im Rücken bemerkbar machen. Bei Frauen ist das Risiko höher, da bei ihnen ein Herzinfarkt nicht immer als solcher erkannt wird.

Herzinfarkt – SOS-Plan

Wenn oben genannte Symptome auftreten, dann ist sofort der Rettungsdienst zu rufen, auch wenn man sich wieder besser fühlt. Es gilt: Jede Sekunde zählt. Folgende Erste Hilfe-Maßnahmen können, bis der Notarzt eintrifft, Leben retten:

  • Patient mit Oberkörper hochlagern, um besser atmen zu können
  • stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit
  • Herzdruckmassage, wenn der Patient bewusstlos ist und nicht mehr normal atmet

Bei Diagnose Herzinfarkt durch den Notarzt, erfolgt die Krankenhauseinweisung auf schnellstem Wege.

Herzinfarkt – Behandlung

Ist man erst einmal im Krankenhaus angekommen, wird als Erstes versucht, das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen. Erst dann kann die Durchblutung wiederhergestellt werden, entweder durch eine Lysetherapie oder durch eine Linksherzkatheter-Untersuchung. Wenn es möglich ist, wird eine Herzkatheterbehandlung durchgeführt. Eventuelle Komplikationen wie Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen müssen auch mitbehandelt werden.

Herzinfarkt – Das Leben danach

Ärztliche Behandlung mit regelmäßigen Untersuchungen sind lebenslang nach einem Herzinfarkt erforderlich. Gerinnungshemmende Medikamente sind genauso Pflicht, wie eventuell blutdrucksenkende und Blutfett senkende Medikamente. Das Rauchen sollte möglichst aufgegeben werden, damit das Nikotin nicht die Gefäße weiter schädigt. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung haben auch einen positiven Einfluss auf den Körper. Empfehlenswert sind auch spezielle Koronarsportgruppen, wo man unter ärztlicher Aufsicht trainiert.


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑